11/7 Podcasting und andere Sendungen

Kategorie: Podcasting    Von miriam um 21:57
Wie Pilze aus dem Boden
schiessen die vielen Podcasts und Multimedia-Server der Universitäten. Allerdings scheint mir dieses Sendeformat eher systemerhaltend eingesetzt zu werden. Aber das Interessanteste am Podcasting ist ja eben der RSS-Feed.
Dennoch: Es finden sich interessante Inhalte, fast für jeden Geschmack. Auf DIVA neu per RSS abonnierbar.

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Kommentare

Andreas Auwärter - dkauwaer [at] uni-koblenz.de - http://www.uni-koblenz.de/~dkauwaer/blog/B1639655275/index.html
2006-07-11 23:13:59

Ein hallo erst mal aus Koblenz in die Schweiz.
Wie ist denn nach Deiner Ansicht systemerhaltend zu verstehen? Oder wie ist denn das Gegenteil hiervon zu verstehen? Wie bei Neville Hobbson kontrovers diskutiert Podcasts ausschließlich als Lehreersatz? (http://www.nevillehobson.com/2006/05/26/no-more-lectures-just-podcasts/) oder integrativ in das Bestehende? Oder bezog sich das nur auf das Vorhanden sein des RSS-Feeds und die Integration in vorhandene Infrastruktur?

Grüße
Andreas Auwärter

Miriam
2006-07-12 11:29:37

Lieber Andreas
Mit systemerhaltend meine ich, dass hier die "Sendedidaktik" kultiviert wird, ganz genau wie bei den Vorlesungen sowieso. Ich sage das ein bisschen plakativ, ich weiss. Sicher gibt es Lehrende, die ihre Vorlesungen in der einen oder anderen Form "dialogisch" abhalten. Aber grundsätzlich ist eine Vorlesung eine Einweg-Kommunikation. Lehrperson spricht, Lernende sind Hörende, die Weiterverarbeitung findet im stillen Kämmerlein oder jedenfalls in einer anderen Lehrveranstaltung wie z. B. Seminar/Kolloquium statt.
Dass nun gerade Vorlesungen als Podcasts editiert und zur Verfügung gestellt werden, verstärkt diesen "Sendecharakter". Die Lernenden sind in einer gewissen Form "passive" Rezipient/innen. Sie konstruieren nicht aktiv selbst ihre für sie relevanten Inhalte. Sie sollen das dann erst später vielleicht. Du siehst also, in welcher didakischen Ecke ich mich positioniere. Es ist die von mir aus gesehen konservative Vermittlungsdidaktik der Universitäten, die mit dem Sendeformat "Podcast" weiter unter einer dem Motto der Modernität kultiviert wird. Modern aber ist nur der Medieneinsatz mit Audiovision und RSS (immerhin Pull!). Nicht die Didaktik selbst.

Gruss, Miriam

Mandy Schiefner - mschiefner [at] gmail.com - http://mschiefner.blogschrift.org/
2006-07-12 11:58:08

Ich finde, dass es von der Struktur und dem Einsatz von Podcasts abhängt, welches didaktisches Ziel verfolgt wird. Spricht man einen Podcast einfach nur "runter" wie man eine Vorlesung abliest, wird beides der Medienform nicht gerecht. (Audio)Podcasts sollten m.E. nicht nur eine Aufzeichnung einer Vorlesung sein. Es ist immer zu prüfen, wann es einen Mehrwert bietet. Wenn man zum Beispiel kontroverse Diskussionen einbaut, Reflexionspunkte bietet, dann kann sich der Studierende m.E. schon konstruktiv werden können.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, auch in Podcasts Dialoge und Kommentare anzubringen, Andreas hat da schon einige Erfahrung ;-)
Soweit ganz schnell von mir.
Liebe Grüsse
Mandy

Mandy Schiefner - mschiefner [at] gmail.com - http://mschiefner.blogschrift.org/
2006-07-12 13:50:58

Ich finde, dass es von der Struktur und dem Einsatz von Podcasts abhängt, welches didaktisches Ziel verfolgt wird. Spricht man einen Podcast einfach nur "runter" wie man eine Vorlesung abliest, wird beides der Medienform nicht gerecht. (Audio)Podcasts sollten m.E. nicht nur eine Aufzeichnung einer Vorlesung sein. Es ist immer zu prüfen, wann es einen Mehrwert bietet. Wenn man zum Beispiel kontroverse Diskussionen einbaut, Reflexionspunkte bietet, dann kann sich der Studierende m.E. schon konstruktiv werden können.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, auch in Podcasts Dialoge und Kommentare anzubringen, Andreas hat da schon einige Erfahrung ;-)
Soweit ganz schnell von mir.
Liebe Grüsse
Mandy

Andreas Auwärter - dkauwaer [at] uni-koblenz.de - http://www.uni-koblenz.de/~dkauwaer/blog/B1639655275/index.html
2006-07-12 15:41:09

Hallo mandy, hallo miriam und alle, die hieran auch interessiert sind ...
sicherlich ist es schier abhängig davon, welchem mediendidaktischen Ziel ein Podcast folgen soll. Und dankbarerweise ist auch ein jeder Kopf rund, damit er das denken ändern kann. In meiner ganz privaten einschätzung vergibt man sich viel - was Podcasting und sein Potential angeht, sich auf einem sendenden Ruhekissen auszuruhen. (Um in Deinem Bild zu bleiben).
Aber vielleicht sollten wir einmal die Note (schwarz versus weiss) etwas nuancieren. Es gibt - ein wenig Phantasie angestrengt - eine ganze Menge an Möglichkeiten auch in konventionellen Themenbunkern podcastfähiges Material zu erzeugen. Meine etwas "ernüchternde" Feststellung ist zum einen der Zeitaufwand, der sogar im universitären Kontext mit seinen viel größeren freiräumen, zu Buche schöägt, doch auch eine Frage der Inkulturation solcher Medien. Kommentar ist nicht gleich Kommentar und selbst wenn alles erdenkliche vorgesehen ist, so ist es doch eine rechte Mühe, wie die Podcasts von unseren Studierenden wahrgenommen werden.
Die Modi sind interessanter weise sehr unterschiedlich. Es gibt welche, die vom gedeckten Partizipationstischchen gerne essen, doch die sind in der Minderzahl. Es gibt wenige, die sich aktiv auch dauerhaft einbringen möchten. Doch es gibt vielen, die glaube ich sich gar nicht bequemen möchten, oder um es wohlwollend auszudrücken, nicht den sinn darin verstehen wollen. So langsam erklärt sich das oftmals schon gehörte Hinweisen auf Kommentare und deren Wichtigkeit der Podcastkollegen.

Da sind sie wieder die zwei seiten der didaktischen Medallie: Anbieten und Rezipieren.

Aber jetzt noch einmal zurück zu dem Ausgangsposting: Die dargestellte Ecke gefällt mir sehr wohl. Ich (ganz leise gesprochen) habe das Glück, dass es hier an unserer kleinen Uni eine Vielzahl von Aktivitäten gibt, die den reinen Vorlesungsstil etwas weniger auffällig werden lässt. Trotzdem sollte der Grundstock, das gesprochene und in einem Zusammenhang dargestellte Wort als Podcast nicht unterschätzt werden. Doch anschließend hieran ergibt sich ja eine ganz große Zahl an Möglichkeiten, mit diesem weiter umzugehen. Interviews (mit skype recht schnell eingebunden), Impulse und Variationen des Ganzen als angebt in Geschichten - vertont und verarbeitet sind nur ein Bruchteil dessen, was sich hieraus entwickeln ließe. die entscheidende Frage ist: wer macht das. Meine antwort - so wie wir es zumindest bei uns praktizieren: Wir als Studis. und aus der erfahrung heraus wiederhole ich mich, wenn ich sage: Im Erzeugen von Podcasts steckt das "Maximum an pädagogischem Potential". Ich kann da nicht entdecken, wo sich Sendeverhalten hierin wiederspiegleln würde. Hach, da fällt mir noch eine kleine Randbemerkung ein: Unsere Studis gehen jetzt auf Dozenten los: Bildung im Dialog bekommt i nden nächsten zwei Wochen die neue Rubrik: Dozenten im Dialog. - Ich bin gespannt, wie sich unsere Lekteurers schlagen :-)

OK. Zusammenfassung: Es gibt sicherlich mehr Settings als die vertonte Lesung von Informationen dem natürlichen Informationsgefälle folgend. Es gibt eine Menge an "stoff" der nur darauf wartet in Podcastform angeboten zu werden - und in Studierenden und Schülern steckt eine wahnsinnig große Menge an Potential sich an solchen Prozessen zu beteiligen. - Das Modell "Viele schultern tragen auch viel" kann hier gute Vorbilder leisten.

Grüße aus dem heißfeuchten Koblenz in die tolle Ch.

Andreas Auwärter

PS: Hattet ihr auch schon Kommentar-Robots? Ich hatte gestern auf unserem podcast-server eine solche attacke - echt furchtbar. Das ist auch der Grund, warum unsere IUNE Plattform vom Netz genommen wurde.

Andreas Auwärter - dkauwaer [at] uni-koblenz.de - http://www.uni-koblenz.de/~dkauwaer/blog/B1639655275/index.html
2006-07-12 15:50:41

Hallo mandy, hallo miriam und alle, die hieran auch interessiert sind ...
sicherlich ist es schier abhängig davon, welchem mediendidaktischen Ziel ein Podcast folgen soll. Und dankbarerweise ist auch ein jeder Kopf rund, damit er das denken ändern kann. In meiner ganz privaten einschätzung vergibt man sich viel - was Podcasting und sein Potential angeht, sich auf einem sendenden Ruhekissen auszuruhen. (Um in Deinem Bild zu bleiben).
Aber vielleicht sollten wir einmal die Note (schwarz versus weiss) etwas nuancieren. Es gibt - ein wenig Phantasie angestrengt - eine ganze Menge an Möglichkeiten auch in konventionellen Themenbunkern podcastfähiges Material zu erzeugen. Meine etwas "ernüchternde" Feststellung ist zum einen der Zeitaufwand, der sogar im universitären Kontext mit seinen viel größeren freiräumen, zu Buche schöägt, doch auch eine Frage der Inkulturation solcher Medien. Kommentar ist nicht gleich Kommentar und selbst wenn alles erdenkliche vorgesehen ist, so ist es doch eine rechte Mühe, wie die Podcasts von unseren Studierenden wahrgenommen werden.
Die Modi sind interessanter weise sehr unterschiedlich. Es gibt welche, die vom gedeckten Partizipationstischchen gerne essen, doch die sind in der Minderzahl. Es gibt wenige, die sich aktiv auch dauerhaft einbringen möchten. Doch es gibt vielen, die glaube ich sich gar nicht bequemen möchten, oder um es wohlwollend auszudrücken, nicht den sinn darin verstehen wollen. So langsam erklärt sich das oftmals schon gehörte Hinweisen auf Kommentare und deren Wichtigkeit der Podcastkollegen.

Da sind sie wieder die zwei seiten der didaktischen Medallie: Anbieten und Rezipieren.

Aber jetzt noch einmal zurück zu dem Ausgangsposting: Die dargestellte Ecke gefällt mir sehr wohl. Ich (ganz leise gesprochen) habe das Glück, dass es hier an unserer kleinen Uni eine Vielzahl von Aktivitäten gibt, die den reinen Vorlesungsstil etwas weniger auffällig werden lässt. Trotzdem sollte der Grundstock, das gesprochene und in einem Zusammenhang dargestellte Wort als Podcast nicht unterschätzt werden. Doch anschließend hieran ergibt sich ja eine ganz große Zahl an Möglichkeiten, mit diesem weiter umzugehen. Interviews (mit skype recht schnell eingebunden), Impulse und Variationen des Ganzen als angebt in Geschichten - vertont und verarbeitet sind nur ein Bruchteil dessen, was sich hieraus entwickeln ließe. die entscheidende Frage ist: wer macht das. Meine antwort - so wie wir es zumindest bei uns praktizieren: Wir als Studis. und aus der erfahrung heraus wiederhole ich mich, wenn ich sage: Im Erzeugen von Podcasts steckt das "Maximum an pädagogischem Potential". Ich kann da nicht entdecken, wo sich Sendeverhalten hierin wiederspiegleln würde. Hach, da fällt mir noch eine kleine Randbemerkung ein: Unsere Studis gehen jetzt auf Dozenten los: Bildung im Dialog bekommt i nden nächsten zwei Wochen die neue Rubrik: Dozenten im Dialog. - Ich bin gespannt, wie sich unsere Lekteurers schlagen :-)

OK. Zusammenfassung: Es gibt sicherlich mehr Settings als die vertonte Lesung von Informationen dem natürlichen Informationsgefälle folgend. Es gibt eine Menge an "stoff" der nur darauf wartet in Podcastform angeboten zu werden - und in Studierenden und Schülern steckt eine wahnsinnig große Menge an Potential sich an solchen Prozessen zu beteiligen. - Das Modell "Viele schultern tragen auch viel" kann hier gute Vorbilder leisten.

Grüße aus dem heißfeuchten Koblenz in die tolle Ch.

Andreas Auwärter

PS: Hattet ihr auch schon Kommentar-Robots? Ich hatte gestern auf unserem podcast-server eine solche attacke - echt furchtbar. Das ist auch der Grund, warum unsere IUNE Plattform vom Netz genommen wurde.

Miriam
2006-07-13 00:11:26

@Mandy und Andreas

Ja, einverstanden. Selbstverständlich kommt es drauf an. Selbstverständlich gibt es interessante Szenarien für den Einsatz von Audio-Dateien und Podcasts, sei es gesendet oder produziert. Oder alles dazwischen oder beides. Ich bin einverstanden.
Ich habe aber bisher noch wenige Beispiele gesehen, bei denen es - Hand aufs Herz - um mehr ging als Vorlesungen wiederzugeben. Aber ich glaube euch gern, dass es welche gibt, und ich kann mir eure Beispiele auch gut vorstellen. Vor allem dein Beispiel Andreas gefällt mir natürlich gut, das mit den Interviews/Skypecasting, Audiodateien etc, welches - eben, das ist jetzt der Punkt - die Studis herstellen und publizieren. So gefällt mir die Sache schon sehr viel besser. Ich hab sie aber so noch nicht wirklich erlebt. Schon im Ansatz, aber nicht konsequent. Aber ja Andreas, ich bin völli deiner Meinung da.
Heisst jetzt aber nicht, dass ich nicht froh drum bin, gewisse Vorträge per Audio-/oder Videodatei oder per Podcasts sehen oder hören zu können. Da bin ich auch manchmal echt glücklich darüber!
Von der Didaktik her, und vor allem vom Lernenden her gesehen, denke ich aber, dass die Lernenden für ihr Lernen generell noch (zu) wenig davon haben, dass Podcasting jetzt Einzug hält in der Lehre. Nicht nur auf der tertiären Stufe, im Übrigen! Viele Lehrende sehen ihre Rolle in meinen Augen noch zu sehr in der Distribution von Inhalten und im Vermitteln von Wissen.
Voilà, soviel für heute!
Lieber Gruss
Miriam

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