Die Leittext-Methode wurde speiziell zum Selbstlernen in der betrieblichen Weiterbildung entwickelt. In der Tat bildet dieses Setting eine interessante Methode auch für Blended Learning oder E-Learning Sequenzen dar.
Nach Norbert Landwehr orientieren sich leittextegesteuerte Unterrichtssequenzen an einem Handlungsmodell und sind somit handlungs- bzw. problemorientiert.
Das Handlungsmodell umfasst folgende Schritte:
1 Konfrontation mit einer praktischen Aufgabenstellung
Hir kann die relevanz der zu lösenden Aufgabe, des Problems heruasgestrichen werden, Die Aufgabe ist problemorientiert, d. h. richtet sich nach Problemen, die in der Praxis der Lernenden vorkommen. Die Lernenden überlegen sich, was sie lernen müssen, um das Problem zu lösen bzw. die Handlung erfolgreich ausführen zu können.
2 Wissen aneignen
Hier werden Ressourcen zur Verfügung gestellt, die für die Problemlösung nötiges Wissen und Informationen liefern.
3 Kontrolle der vorausgesezten Kenntnisse
Je nach Lernkompetenz der Lernenden wird das erworbene Wissen von den Lehrpersonen kontrolliert oder aber von den Lernenden selber. Sie können beurteilen, ob das angeeignette Wissen ausreicht, um die Aufgabe zu lösen.
4 Arbeitsplanung
Die einzelnen Arbeitsschritte werden in ihrer zeitlichen Abfolge definiert (Projektmanagement), Zusammenstellung der benötigten Materialien unbd Hilfsmittel. Dazu Norbert Landwehr:
Der Arbeitsplan wird mit der Lehrperson besprochen. wichtig ist, dass jeder erfolgversprechende Ablauf akzeptiert wird. Es gilt hier weniger, den optimalsten Ablauf zu finden als vielmehr die in der Sache liegenden Abhängigkeiten zu erkennen.
5 Ausführen und Arbeiten
Jetzt arbeiten die Lernenden möglichst selbständig. Die Lehrperson begleitet und greift nur ein, wenn es in ihren Augen nötig ist oder wenn sie darum gebeten wird.
6 Reflexion des Arbeitsprozesses und Beurteilung des Produktes
Zunächste beurteilt der/die Lernende die Lösung selbst, die Lehrperson unterstützt durch geeignete Reflexionsfragen. Die Ergebnisse des Reflexionsprozesses werden diskutiert.
Irgendwie sehe ich in diesem Modell auch das
Webquest! Schritte 2 und 5 finden im Internet statt, Ressourcen und Produktion, im Idealfall. Mit dem Begriff Lernprogramm, mit dem Mosers Aufbau auf der Website überschrieben wird, bin iach allerdings gar nicht einverstanden, denn Programm erinnert zu stark an fixe Vorgaben und Software. Es ist ja eben nicht so, dass die Lernenden nur abarbeiten, sie beurteilen auch selbst, was sie lernen müssen, um das Problem zu lösen. Sicher ist das etwas kompetenzabhängig, aber wir sollten zumindest darauf hin arbeiten.
Literatur: Norbert Landwehr, Neue Wege der Wissensvermittlung, Aarau 2003, S. 163-166.
Links: Zum Leittext:
neue-lernkultur.de