30/5 Edupunk

Kategorie: Internet    Von miriam um 09:00
DIY
Über Stephen Downes bin ich auf Edupunk gestossen, einer (beginnenden?) Bewegung, die das DoItYourself-Prinizip in der Bildungstechnologie unterstützt und propagiert. Tatsächlich kommen Begriffe wie «learning 2.0 movement» (Mike Caulfield) auf, die auf die Idee hinter Web 2.0 und weniger auf die Tools verweist. Geprägt von Jim Groom nach seiner Lektüre von The Glass Bees (Original: Gläserne Bienen) von Ernst Jünger, ist «Edupunk» eine Initiative, hinter dem Web 2.0 und allen 2.0-Begriffen, die in letzter Zeit aufgetaucht sind, wieder den Menschen und dessen Zugang zu Technologie (Accessibility) in den Mittelpunkt zu stellen. Edupunk wirft den Software-Herstellern vor, dem Volk die eigenen Social-Web-Ideen neu zu verkaufen. Edupunk ist die Abkehr von Software-Zentriertheit und Feature-Fokus in Web2.0-Anwendungen oder Software und LMS, wie im explizit zitierten Blackboard. So fordert Groom:
Corporations are selling us back our ideas, innovations, and visions for an exorbitant price. I want them all back, and I want them now!
Enter stage left: EDUPUNK!
Edupunk ist also auch eine Absage an den Kapitalismus. Mike Caulfield beschreibt dies so:
There’s a couple reasons why I find the term [edupunk] useful, but the most important is that it captures the cultural revulsion many of us feel with the appropriation of the Learning 2.0 movement by corporations such as Blackboard. Learning 2.0, like punk, is a DIY movement. Like punk it favors technical accessibility over grand design.
And to people like us, Learning 2.0, if it is to remain relevant, must not be relegated to the dustbin of “features” or “products”. It’s neither a product or a process, but a way of approaching things, of which products are only one of the results.

So sei der Zusatz «2.0» selbst wieder zu einem Feature verkommen, das der Idee von Edupunk sogar entgegenwirke.
Yet all the 2.0 formulations — Classroom 2.0, Learning 2.0, and even Web 2.0 itself — work against this very notion that what we are chasing here is not product, but style. What does the 2.0 version number symbolize if not a shrink-wrapped box or set of features?
What began as a clever pun has outlived its usefulness to us. We’ve known that for a while, but as companies begin to reduce the social web to a set of ingredients in their products — we have to go further than whether product x allows trackbacks or not.
«Edupunk» geht zurück zu den Wurzeln des Social Web mit der Forderung nach Accessibility, mit seiner DIY-quick-and-dirty-Ethik und einem generellen Misstrauen gegenüber den Software-Firmen, die selbstverständlich das Social Web nach ihren Vorstellungen neu und gross designen und den Begriff für ihre Produkte vereinnahmen.

Links
Jim Groom: The Glass Bees
Leslie Madsen Brooks, BlogHer: Introducing Edupunk
Stephen Dowes - Introducing Edupunk

Update 3. 6. 08
Defending Edupunk by Downes u. a.
Edupunk aus studentischer Sicht

Update 5. 6. 08
Changing Expectations: Educational Publishing by Tony Hirst
I use the enemy Brian Lamb
Verdient Edupunk einen Wikipedia-Eintrag?
David Warlick
Stephen Downes




29/5 Literatur-Podcast

Kategorie: Online-Tipp    Von miriam um 16:28
Lesezeichen hören
mein-lesezeichen.ch bietet Lesungen als Podcasts. Ein Projekt der Schweizerischen Blindenbibliothek SBS.
Die Schweizerische Blindenbibliothek SBS als Initiantin von mein-lesezeichen.ch will das junge Medium Podcast für alle (!) Hörer fördern. Denn Podcasts sind für Blinde und Sehbehinderte eine wichtige neue “Quelle” für Informationen und Literatur, die sich mit einem Mausklick einfach und kostenlos abonnieren lassen. Und jeder neue Podcast ist für Blinde und Sehbehinderte ein Gewinn!
Trailer hören!




26/5 Moodle mit Facebook vergleichen?

Kategorie: e-Learning    Von miriam um 13:50
Apfel Birne

Äpfel mit Birnen vergleichen
Äpfel und Birnen sind verschieden, haben aber auch gemeinsame Elemente.
Anja Wagner vergleicht Moodle und Facebook miteinander. Interessant, obwohl ich zunächst fand, dass man die nicht vergleichen kann.




23/5 Lernszenario Klassen-Blog

Kategorie: Blogging    Von miriam um 14:47
«Was in der Klasse so läuft…»
Michael Gros beschreibt auf lehrer-online.de ein Lernszenario eines Klassenblogs. Das ist nicht banal, denn die Schüler/innen einer 4. Klasse dürfen hier beschreiben, was gerade läuft in der Klasse, was sie in ihrer Freizeit tun oder was sie gerade bewegt.

Themenblogs
Man kann sich aber auch thematische Blogs vorstellen, so z. B. ein Schnecken-Tagebuch, wenn gerade diese Tiere Thema sind in der Klasse. Selbstverständlich können auch Bilder der eigenen Schneckenzucht im Schulzimmer publiziert werden, inkl. Beschreibungen, was sie fressen, wie sie sich fortbewegen etc. Oder Themengruppen-Blogs, damit die Kinder, die nicht zur gleichen Gruppe gehören, dann auch lesen können, was ihre Kamerad/innen so schreiben. So können sie zudem etwas Neues lernen, was sie nicht schon selbst beobachtet haben.
Die Kinder lernen so zusätzlich, Inhalte für ein Publikum aufzubereiten und dieses Vorgehen zu reflektieren. Auch im Kleinen. Es ist wichtig, zu überlegen, wer die Informationen oder Erfahrungen, dieses Wissen lesen soll, damit der Text/das Bild publikumsgerecht hergestellt werden können. Auch dies ist ein wichtiger Teil der Medienkompetenz.

Laut Gros eignet sich dieses Szenario für Kinder ab 2. Klasse.




23/5 Im kalten Wasser schwimmen lernen

Kategorie: Lernen    Von miriam um 11:57
Darf man Lernende überfordern?
Über Anja Wagners EduFutureBlog bin ich auf die Frage gestossen, die ich mir auch immer wieder stelle: Darf man Lernende (einen Moment lang) überfordern? Darf man sie mit einem Thema wie Nutzung von Wikis für Lernen und Arbeiten ins kalte Wasser schmeissen? Ja oder Nein?

Lerne, damit du nicht untergehst!
In der Tat gehe ich in in der Praxis davon aus, dass ich einen Lernauftrag geben darf und die Lernenden zunächst mal schauen, ob und wie sie sich zurecht finden. Meistens versuchen die Lernenden sich dann zu orientieren. Manchmal aber kommt der direkte Widerstand. Jemand hat mir zu einem Online-Lernauftrag mal gesagt, ich dürfe das nicht machen. Sie habe sich dermassen «dumm» gefühlt dabei, dass ihr die Tränen gekommen seien. Sie habe nicht mehr gewusst, was sie tun solle.
Was tun? Warum weiss dieser Mensch nicht, was sie tun soll? Hat sie nicht gelernt, zu formulieren, wenn etwas so ist, wie es ist? Zu ihrer Erfahrung zu stehen und zu sagen: «Ich verstehe nichts. Worum geht es?»
Das braucht Selbstvertrauen! Ich stelle fest, dass die Lernenden manchmal (noch) wenig oder keine Vorstellung davon haben, worum es bei digitalen Lern- und Arbeitsinstrumenten oder Social Software geht. Gerade im Umgang mit digitalen Medien. Sie sind überfordert, haben keine Ahnung, woher sie jetzt das nötige Wissen her holen sollen.

Orientierungshilfe geben: Worum geht es hier? Was weiss ich schon und was noch nicht?
Trotzdem bin ich optimistisch, und ich versuche auch, diesen Optimismus zu vermitteln, um Lernende zu motivieren. Wir wissen doch eigentlich, dass wir Infos in Büchern finden. Und wir haben lesen gelernt. Und wo finden wir die Bücher?
Nun gibt es aber Wissen heutzutage, das nicht mehr in Büchern abgelegt ist, sondern im Netz, weil das Wissen teilweise eine so kurze Halbwertzeit hat. Die Produktionszeit der aktualisierten Buchversion wäre schon wieder veraltet, kaum wäre sie neu in der Bibliothek, den Leser/innen zugänglich.
Also Internet. Und trotzdem: Wer lernt das heute? Lernen das die Kinder in der Volksschule? Wenn ich Mandy Schiefners Beitrag lese zur Internet-Nutzung von Lehrpersonen, dann fürchte ich: Nein, sie lernen es noch immer nicht.

Lösungen sind gesucht!
«Ich habe keine Ahnung was ein Wiki ist, deshalb frage ich mal bei Google nach», «Ich habe keine Ahnung, wie man im Web zusammenarbeiten könnte und wozu das gut sein könnte, so dass ich mal jemanden frage...» usw. So könnte eine Lösung lauten. Mit vielen solchen Erfahrungen liesse sich eine (individuelle) Lernstrategie formulieren: «Immer wenn ich etwas nicht weiss, schaue ich mal zuerst da und da nach. Wenn das nicht hilft, dann gehe ich dorthin... » – «Wenn … dann….»
Darf ich nun die Leute ins kalte Wasser schmeissen oder nicht? Es wäre vielleicht ein Anfang zur Entwicklung einer eigenen Lernstrategie.

Gerne zitiere ich Anja Wagners Mantra, das sie im Zusammenhang mit dem Lernen in (mehreren) virtuellen Welten formuliert hat:
Ein abstrakter Zugang zu diesen Welten auf Basis einer theoretischen Annäherung ist nicht möglich - man muss darin leben, um es verstehen zu können!
Oder die Hardcore-Version ;-) vonJennifer Jones (via Anja)
Some people get it. Some people do not get it. Do not dilute your message for these people. Give them all the inferno. The embers that reach those on the outskirts will eventually turn into flames.

Vielleicht aber sollten wir öfter darüber reden, wie wir an etwas herangehen, das wir noch nicht kennen, wie wir uns orientieren, wenn wir nicht wissen, wo wir stehen...




21/5 Von der Wissensvermittlung zur Kompetenzentwicklung

Kategorie: Lesezeichen    Von miriam um 11:42
Lernen orientiert sich an der individuellen Wirklichkeit
Die wesentlichen Anforderungen an ein bedarfsgerechtes Kompetenzentwicklungssystem ist die Vermittlung von Fähigkeiten, Probleme im Arbeitsleben selbstorganisiert zu lösen. Dagegen verliert die reine Vermittlung von Inhalten aufgrund ihrer sinkenden Halbwertzeit sowie der zunehmenden Verfügbarkeit des Wissens an Bedeutung. Folglich sind die Ziele nicht inhalts- sondern problemorientiert zu bestimmen.
Hervorhebung durch die Autoren.

Das Kompetenzentwicklungssystem setzt sich aus Wissensinputs und (Online-)Lern- und -Handlungsphasen zusammen. Reflexion ist die Konstante. Dieses System ist a priori und auf verschiedenen Ebenen «blended».
Lernplanung in diesem Sinne kann (...) nur ein offener Entwurf sein, der die Lernenden zum selbsorganisierten Handeln befähigen soll. Diese Lernprozesse finden in einem dynamischen Kreislaufsystem statt. Dabei werden Phasen der Wahrnehmung und der Nutzung von Wissensinputs mit Lern- und Handlungsphasen verbunden, die in einem laufenden Reflexionsprozess analysiert und ausgewertet werden. Dieser Lernprozess erhält durch die Integration von Learning-Management-Systemen mit Web 2.0-Elementen eine neue Qualität. In allen Phasen nutzt der Lernende das System mit dem Ziel, sein individuelles und das organisationale Lernen zu optimieren. Dadurch werden die relativ starren Dimensionen klassischer Lernsysteme zu einem dynamischen Kompetenzentwicklungssystem erweitert.

Aus Erpenbeck, John, Sauter, Werner, Kompetenzentwicklung im Netz, New Blended Learning mit Web 2.0, S. 163 und 165.




21/5 Kompetenzentwicklung im Netz

Kategorie: LiteraturTipp    Von miriam um 11:29
Erpenbeck Kompetenzentwicklung

John Erpenbeck und Werner Sauter
Kompetenzentwicklung im Netz
New Blended Learning mit Web 2.0
Köln 2007 (Luchterhand).

Eine Lernrevolution hat begonnen.


Von der Wissensvermittlung zur Kompetenzentwicklung. Was ist Lernen heute? Was ist Wissen? Was ist Kompetenz?
Welche Kompetenzen brauchen wir, und wie können wir sie erwerben?
Welche Rolle spielt das Netz und die Vernetzung der Lernenden dabei?

Viele Fragen und ein Buch, das gute und fundierte Antworten liefert. Lesenswert!




20/5 Twitter in Plain English

Kategorie: Kommunikation    Von miriam um 09:13




15/5 Connectivism

Kategorie: Lernen    Von miriam um 22:26
Links on Connectivism

George Siemens, Connectivism – A Learning Theory for the Digital Age
eLearnspace.org 2005

George Siemens, Knowing Knowledge, 2005, PDF

connectivism.ca
Connectivism – A learning theory for today's learner (Site and Blog)

George Siemens, Learning in Synch with Life, New Models, New Processes (PDF)
Google Training Summit April 2006

George Siemens, Connectivism, Learning and Knowledge Today (PDF)
Technology connected futures
education.au

Stephen Downes on Connectivism

Wolfgang Neuhaus, Knowing Knowledge

Wikipedia on Connectivism (english)




14/5 Wie sich die Welt verändert (hat)

Kategorie: Lernen    Von miriam um 09:02
Learning to Change – Changing to Learn
Obwohl dieses Video sicher alle schon gesehen habe, habe ich mich entschieden, es auch zu bloggen. Ich begegne in meiner Arbeit täglich Leuten, die sich an ihre Arbeitsblätter klammern und eines ganz sicher nicht wollen: Veränderung.
Vielleicht sehen sie dieses Video und denken zumindest mal darüber nach, was Lernen auch noch sein könnte...



Update 21. 5. 08
Nachdem das Video von Chris Lehman u. a. kritisiert wurde, wurde es zurückgezogen und ist offiziell nicht mehr auf Youtube.com einsehbar.
Hintergründe bei Chris Lehman (practicaltheory.org) und Stephen Downes.




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